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22Jan/130

Zukunft gestalten, aber wie?

Gleichgültig um welche Branche es sich handelt, etwas über die Zukunft herauszufinden und das noch möglichst zuverlässig, würde wohl jeder „Strategierunde“ weiterhelfen. Dazu reicht die Kenntnis von ein paar Megatrends jedoch bei weitem nicht aus. Deshalb wurden in der Vergangenheit auch zahlreiche Ansätze und Methoden entwickelt, welche helfen sollten, ein klareres Bild zu erlangen, bzw. besser gerüstet zu sein für eine mögliche Zukunft. In diesem Artikel sollen aber weniger die Methoden dargestellt werden. Vielmehr geht es hier darum, ein Verständnis über das Managen möglicher Zukünfte zu erlangen. Zukunftsmanagement bewegt sich zwischen Zukunftsforschung und strategischem Management und bezeichnet die Gesamtheit aller Systeme, Prozesse, Methoden und Werkzeuge zur Früherkennung und Analyse zukünftiger Entwicklungen und ihrer Einbringung in Strategien.

Um Zukunftsmanagement zu verstehen erscheint mir hier ein Ansatz von Fink/Siebe in ihrem Buch „Handbuch Zukunftsmanagement“ sehr hilfreich.

Die Verzahnung von Zukunft und Strategie wird hier auf der strategischen, der taktischen und der operativen Ebene aufgezeigt, da zukünftige Entwicklungen auch auf allen drei Ebenen zu berücksichtigen sind. Wird nun die interne wie auch die externe Perspektive berücksichtigt, ergeben sich somit sechs wesentliche Gruppen von Instrumenten.

Szenarien Trends Prognosen

Zukunftspyramide

Siehe Fink/Siebe: Handbuch Zukunftsmanagement, 2. Auflage, Campus Verlag 2011

Wie in der obigen Abbildung zu sehen bilden Szenarien, Trends und Prognosen die externe Perspektive ab, welche der strategischen Früherkennung dient, während Visionen, Roadmaps und Planungen Voraussetzung für die interne strategische Planung sind.

Auch wenn es bei der Zuordnung der Instrumente zwangsläufig zu Überschneidungen kommt, halte ich diese Darstellung dennoch für einen gelungenen Orientierungsrahmen, welcher das Zukunftsmanagement gut erfasst und beschreibt.

Weiterführende Informationen zum Zukunftsmanagement sind unter folgenden Links zu finden:

Zukunftsforschung

Zukunftsmanagement

Strategisches Management

Außerdem gibt es seit 2011 ein eigenes Online Magazin mit dem Namen „Zukunftsmanager“. Hier werden 6 mal pro Jahr interessante Zukunftsfragen aufgegriffen und thematisiert.

19Okt/110

Prophezeien ist ungemein schwierig – besonders wenn es um die Zukunft geht.

Zitat

Da es auf meinem Blog eine eigene Kategorie mit dem Namen Sprichwörter und Zitate gibt, sollte dieser Bereich auch wieder einmal mit neuen Inhalten gefüllt werden. Im letzten Artikel – „Über Glückskekse, Zitate und Sprichwörter“ steht eine Liste mit 101 Sprichwörtern und Zitaten zum Thema Ideen und Innovationen zum Download bereit.

 Auch zum Thema Zukunftsforschung – ein weiteres spannendes Thema vor der Produktentwicklung -  habe ich nun ein paar interessante Sprichwörter und Zitate gefunden.

 Lucius Annaeus Seneca, ein römischer Philosoph und Dichter (4 v. Chr. – 65 n. Chr.) soll gesagt haben:

Die Zeit wird kommen, wo unsere Nachkommen sich wundern, da wir so offenbare Dinge nicht gewusst haben.“

Dieses Zitat ist eines meiner Lieblingszitate und ich gebe dem Herrn absolut Recht. Es wundern sich wahrscheinlich täglich Menschen über Dinge, die so offensichtlich scheinen und doch Jahrhunderte lang nicht „richtig“ gesehen wurden.

Welche der folgenden Zitate zum Thema Zukunftsforschung gefallen Ihnen am besten und warum? Oder kennen vielleicht selbst noch Zitate zu diesem Thema?

Prophezeien ist ungemein schwierig – besonders wenn es um die Zukunft geht.

[Chinesisches Sprichwort]

The best way to predict the future is to invent it.“

[Alan Curtis Kay, US Informatiker]

Es waren nicht die Postmeister, die die Eisenbahn gründeten.”

[Joseph Alois Schumpeter, Österreichisch-amerikanischer Nationalökonom, 1883-1950]

Don’t fight forces, use them!“

[Richard Buckminster Fuller, US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller, 1895-1983]

„It wasn’t raining when Noah built the ark.“

[Howard Ruff, US-amerikanischer Berater und Schriftsteller]

6Jul/111

Wild Cards – Sind unerwartete Ereignisse zu erwarten?

Joker

Wildcards sind nichts anderes als Diskontinuitäten. Das heißt, es handelt sich um unerwartete Ereignisse, die eine geringe Wahrscheinlichkeit haben, aber wesentliche Änderungen im Verlauf von Zukunftsentwicklungen bewirken. Wildcards haben sich schon seit längerem in der Zukunftsforschung etabliert. Im Rahmen unternehmerischer Forsight-Prozesse hingegen will man sich nicht recht mit solchen unerwarteten Ereignissen beschäftigen. Grund hierfür ist wahrscheinlich, dass ein Extremszenario mehr Unsicherheiten mit sich bringt, als eine wahrscheinliche Entwicklung. Außerdem erhöht eine Wildcard die Komplexität und Kontingenz anstatt diese, wie in einer Szenariokonstruktion gewollt, zu verringern.

Was ist aber wenn das Unwahrscheinliche wahrscheinlicher wird?

Irgendwie - ich kann es auch nicht genau erklären - schreit die Welt nach Veränderung. Radikaler Veränderung.

Außerdem verkürzen sich die Abstände der sogenannten „extremen Störereignisse“ (z.B. Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen). Ist es nicht so, dass erste Anzeichen der Veränderung spürbar sind (wie die Spannungen im Boden vor einem Erdbeben)?

Bricht das Geldsystem zusammen?  Gibt es plötzlich unendlich Energie? – Das Alles hätte natürlich enorme Auswirkungen auf die Zukunft.

Wie sollen aber dann zukünftig Entscheidungen getroffen werden, wenn unerwartete Ereignisse zu erwarten sind?

In unserer hochkomplexen Gesellschaft, wo eins auf das andere wirkt, kann es durchaus schnell gehen mit Veränderung. Wer es schafft diese Signale am schnellsten und besten zu identifizieren und zu interpretieren wird wahrscheinlich auch einen Nutzen daraus ziehen. Nicht umsonst haben auch beim Kartenspiel diejenigen einen Vorteil, welche die Wildcard (der Joker) besitzen und geschickt einsetzen.

Eins steht fest: Das Vorhandensein von Wildcards, also unerwarteten Ereignissen zeigt, dass sich mehrere unterschiedliche Zukünfte entwickeln können, je nachdem was die Akteure wollen und wie diese handeln. „Trainieren“ wir immer rasanteres Tempo und immer extremere Szenarien, wird sich die Zukunft auch wahrscheinlich in diese Richtung entwickeln. Unerwartete Ereignisse sind dann das Ergebnis des Denkens und Handelns von uns selbst und somit zu erwarten.

Vielleicht erlangen wir aber auch zu einem neuen Bewusstsein!? Das wäre dann natürlich auch so etwas wie eine Wildcard. Und dann.....