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18Mrz/130

Business Ecosystems

ecosystem ökosystem kooperation

Passend zum letzten Beitrag „Strategie der Zukunft: Konkurrenz oder Kooperation?“ möchte ich auf ein die Wirtschaft revolutionierendes Phänomen eingehen:

Die Rede ist von „Business Ecosystems“ . Dieses Konzept unterscheidet sich von „normaler Kooperation“ – Austausch von Informationen, das Weiterreichen von Aufträgen, die Zusammenarbeit mit Zulieferern und langjährigen Kunden, etc. -  indem sie diese nicht als notwendiges Übel sondern vielmehr als integralen Bestandteil des Geschäftsmodells sieht. Business Ecosystems ähneln den Ökosystemen, wie sie bereits aus der Biologie bekannt sind: Verschiedene „Arten“ profitieren gegenseitig von ihren Aktivitäten, was in der Summe ein sich ein pulsierendes System ergibt, das keine Art alleine zu Wege brächte. Das bedeutet, dass die Teilnehmer eines Ecosystems ihr Portfolio mit den Stärken der Kooperationspartner ergänzen und so vielseitiger und schlagkräftiger werden.

Dafür müssen Firmen ihre Geschäftsstrategie im Kern auf nachhaltige Kooperation auslegen. So kann ein offenes Netzwerk entstehen, in denen sich weitere Teilnehmer mit neuen Leistungen dem Ecosystem anschließen können. Die Zusammenarbeit ist geprägt von neu entstehenden Freiräumen auf der einen Seite aber auch klaren Regeln auf der anderen Seite. Das ist wichtig, damit sich schließlich ein Klima des Vertrauens etablieren kann, in dem die Mitarbeiter der am Business Ecosystem beteiligten Firmen auf viele Rückfragen und formale Absicherungen verzichten können. Dies schafft die Voraussetzung für schlanke, firmenübergreifende Prozesse.

Business Ecosystems helfen einer Organisation also nicht nur neue Innovationen auf den Weg zu bringen, sondern tragen auch wesentlich dazu bei, Bearbeitungszeiten und Kosten zu senken.

Wie kann man sich als Unternehmen auf diese neuen Umwelten einstellen bzw. Teil davon werden?

Am besten einmal über folgende Aussagen nachdenken:

  • Erfolg ist heutzutage nicht individueller Erfolg, sondern vor allem kollektiver Erfolg.
  • Business wird nicht von Einzelnen gemacht – sie sind Teil eines komplexen Ecosystems.
  • Methoden, welche wir in der Schule gelernt haben werden uns nicht wirklich weiterhelfen (außer der Professor war ein überaus fortschrittlicher).

Unternehmen müssen über ihre Ökosysteme nachdenken und wie sie diese beeinflussen können. „Verbindungen schaffen“, „ermutigen“ und  „ermöglichen“ sollte im Vordergrund stehen, anstatt den Fokus darauf zu legen, alles selbst machen zu wollen.

Auch die Strategieentwicklung und –implementierung wird sich anders gestalten, da sie keinem linearen Pfad mehr folgt. Durch die inneinandergreifende Vernetzung mit Kunden, Zulieferern und auch Mitbewerbern werden sich auch die einzelnen Strategien gegenseitig beeinflussen.

Mehr Business Ecosystems gibt es unter:

Aufbau von Innovation Ecosystems

&

System Innovations in Business Ecosystems

14Mrz/130

Strategie der Zukunft: Konkurrenz oder Kooperation?

Kooperation

Menschen treten ständig miteinander in Wettstreit, das scheint zur Natur des Menschen zu gehören. Vielleicht ist das ja auch der Grund für die utopische Vorstellung, dass uneingeschränkte Konkurrenz - man könnte es auch als freien Markt bezeichnen - allen Menschen ein besseres Leben und Wohlstand bescheren wird können. Lt. Triebel und Hürter liegen dem sogenannten freien Markt zentrale Annahmen zu Grunde:

  1. Märkte folgen einer „spontanen Ordnung“, welche sich dann einstellt, wenn der Markt möglichst frei und ohne Einschränkungen agieren könne.
  2. Der Wettbewerb (das Konkurrenzprinzip) ist treibende Kraft eines funktionierenden Marktes.
  3. Wachstum, Wachstum, Wachstum, …

Die Frage, die sich nun stellt ist, wie man diesen bereits überholten Anschauungen eines sturen Verdrängungswettbewerbs entgegentritt.

Eine Möglichkeit besteht lt. Christian Felber in der Umpolung des Anreizsystems. Zum Beispiel muss ein Unternehmen heute sein Wissen schützen und geheim halten, muss Fachkräfte aus anderen Unternehmen abwerben und profitiert davon, wenn Konkurrenten Pleite gehen. Das ist den Unternehmen nicht vorzuwerfen, denn schließlich werden sie auch dafür belohnt. Wäre jedoch das Belohnungssystem ein anderes, würden Unternehmen anders agieren. Würde das Wirtschaftssystem nicht Gewinnstreben und Konkurrenz belohnen, sondern stattdessen den Nutzen den ein Unternehmen für das Gemeinwohl stiftet, das Teilen von Wissen, die Qualität von Kooperation, dann würden Unternehmen vermutlich danach handeln.

Aber warum sollte das gut sein? Kennen wir doch schließlich alle den Leitsatz, dass eine funktionierende Wirtschaft gut für das Wohl aller ist. Nur gehen wir zurzeit eben davon aus, dass unsere Wirtschaft dann gut funktioniert, wenn Egoismus und Konkurrenz belohnt werden. Klingt doch ein wenig paradox, nicht wahr?

Es stellt sich also die Frage, ob der Nutzen für das Gemeinwohl nicht direkt belohnt werden könnte. Neue kooperative Ansätze und Beispiele hierzu beschreiben Claas Triebel und Tobias Hürter in Ihrem Buch „Die Kunst des kooperativen Handelns“.