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11Nov/113

Strukturen schaffen oder Begeisterung wecken?

Ideen entstehen im Inneren

Wenn es darum geht Innovationen hervorzubringen, gibt es viele Ansätze, wie man das am besten anstellt. Häufig werden dabei Systeme, Strukturen und Prozesse als Garanten für Neues gesehen. Doch für viele die diese Ansicht vertreten, wird Innovation sehr oft zum Hürdenlauf. Entscheidungen werden in die Länge gezogen, was eher als Innovationsbremse wirkt. Klare Strukturen (Hierarchien, Bereiche) und klare Aufgaben fördern zwar die Effizienz im Tagesgeschäft, ein bedeutsamer Wandel ist damit jedoch nur selten zu realisieren. Prozesse, Systeme und Strukturen innovieren nämlich nicht! Prozesse sind nicht mutig und Strukturen haben auch keine Ideen. Es sind die Menschen. Inspirierte, motivierte, faszinierte Menschen, die gemeinsam an einem Ziel arbeiten wollen. Nur wenn der Mensch überzeugt ist davon, dass seine Anstrengungen wirklich etwas beitragen - zu etwas besonderem, etwas außergewöhnlichem - nur dann können wir von einer lebendigen Innovationskultur sprechen.

Systeme und Strukturen können lediglich den Kontext liefern. Aber eben nur den Kontext und nicht den Inhalt. Man könnte Systeme und Strukturen auch als Schale sehen, nicht aber als Kern. Man könnte sie auch als Speisekarte sehen, nicht jedoch als das Essen selbst.

Für Organisationen, die an der Innovationskultur arbeiten, ist es also wichtig zu verstehen, dass es auf eine innere Bewegung (eine Bewegung im Inneren des Menschen) ankommt und nicht auf den Wechsel von äußeren Umständen. Wie im Artikel „Ideen zum Leben erwecken“ bereits beschrieben, ist auch das von den Mitarbeitern gelebte Leadership eine wichtige Zutat einer erfolgreichen Innovationskultur. Die Menschen müssen in sich selbst dieses „etwas“ finden, das ihnen die Kraft, den Mut und das Interesse schenkt, Innovationen vorantreiben zu wollen. Dann wird es auch so sein, dass Mitarbeiter die Strukturen und Systeme gar nicht mehr so dringend brauchen, da man ja auch in der Dusche, im Auto, beim Kochen, beim Schlafen (oder besser beim Träumen) innovativ sein kann. Innovativ sein kann also nicht die Folge von Befehlen, Abläufen und Strukturen sein, sondern entsteht dann, wenn es Menschen wirklich wollen. Und wenn mehrere Menschen zusammen kommen, an gemeinsamen Zielen arbeiten wollen, und auch noch Raum und Zeit zur Verfügung haben, wird sich sehr viel von ganz alleine regeln - auch ohne komplexe Strukturen und Systeme. Somit wird auch das teuerste Ideenmanagement-Tool, das beste Vergütungssystem, die ausgeklügeltste Prozessverbesserung wenig nützen, wenn die Mitarbeiter nicht von innen heraus das Bedürfnis verspüren, etwas außergewöhnliches beitragen zu wollen.

Aber verstehen Sie mich nicht falsch! Systeme, Strukturen und Prozesse sind wichtig - und richtig eingesetzt können diese auch helfen beim innovieren. Es geht mir hier nur darum, bewusst zu machen, wo vielleicht der bessere Hebel ist.

26Aug/111

Ideen zum Leben erwecken

ideen

Es gibt bereits sehr viel Literatur zum Thema Ideengenerierung und auch zum Thema Ideenprozess (der formale Weg, den eine Idee zurücklegt, bis diese umgesetzt wird, oder auch nicht).

Was sind aber die Voraussetzungen, damit eine Idee bis zur Umsetzung gelangt und diese im Idealfall auch ein Erfolg wird?

Dazu gibt es aus meiner Sicht eine einfache Formel:

IDEE + LEADERSHIP =  ERFOLGREICHE INNOVATION (Produkt, Dienstleistung, oder was sonst in einer Organisation und am Markt erfolgreich umgesetzt werden soll).

Natürlich gibt es gute und schlechte Ideen bzw. Ideen mit wenig und viel Potential. Geht man aber im Folgenden einmal von einer Idee mit „genügend“ Potential aus, ist die wahrscheinlich wesentlichste fehlende Zutat zu einer erfolgreichen Innovation LEADERSHIP.

Was versteckt sich aber hinter diesem scheinbar so wichtigen Wort?

Es bedeutet nichts anderes, als dass es einen „Fahnenträger“ mit gewissen Eigenschaften bedarf. Dieser muss seine Aufgabe, eine Idee zur Umsetzung zu geleiten, wirklich gerne und gut machen.

Mit gewissen Eigenschaften sind neben den SKILLS (fachliches Wissen, Know-how, Methodenkenntnisse, etc.) vor allem

  • ABILITIES (Intuition, Können, Talent, Anpassungsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen)
  • INSIDES (Wissen um die Organisation, Netzwerke, emotionale Verbindungen, etc.)
  • COURAGE (Antrieb, Wille, Leidenschaft, Mut, Engagement, etc.)

gemeint.

Trägermedium einer Idee ist immer der Mensch.  Deshalb sind speziell diese sehr „ menschlichen“ Eigenschaften und Kompetenzen das Entscheidende auf dem Weg zur Innovation. Nur lassen sich diese eben nur sehr schwer operationalisieren und in einen Prozess verpacken.

Darum ist gerade das Front End or Innovation ein Bereich, wo es ganz besonders auf den Menschen ankommt. Nur der Mensch kann einer Idee zum nötigen „Gewicht“ verhelfen, indem er diese kommuniziert, Anhänger dafür findet und sie zu einer erfolgreichen Innovation weiterentwickelt.

Was ist aber nun Voraussetzung, damit Mitarbeiter die Initiative ergreifen und Ideen treiben? Sind es die oft zitierten Rahmenbedingungen (Kultur, Organisation, Incentives,…), oder ist Leadership sowieso nur etwas für eine ganz bestimmte Art von Menschen?

Was meinen Sie?

3Mai/110

Über Lichtschwerter, Energievampire und Haubentaucher

Am Samstag war ich in Wien bei einem Seminar. Der Titel lautete „Start Leading – die Kunst des Führens“. Es war, wie sich für mich herausstellte, aber nicht irgendein Seminar. Und das lag vor allem am Vortragenden Dr. Manfred Winterheller, bei dem ich mich für diesen eindrucksvollen Tag recht herzlich bedanken möchte. Dieser schon etwas ergraute Herr mit Bäuchlein und eigentlich unauffälliger Erscheinung schaffte es, ca. 1000 Personen in seinen Bann zu ziehen – und das von der ersten Minute an.

Er hat in sehr eindrucksvoller und praxisorientierter Weise  beschrieben, was Führen heißt und wie es funktioniert bzw. nicht funktioniert. Herr Winterheller beschreibt den Menschen als Rudeltier und ist überzeugt davon, dass Hierarchien beim menschlichen Zusammenleben entstehen – ob man das nun wahr haben will oder nicht. Ob in der Familie oder im Berufsleben, man ist ständig mit dem Thema Führung konfrontiert.

Die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte im Zusammenhang mit Führung (neben der Tatsache, dass Führen nichts mit „Selber machen“ zu tun hat) nennt Herr Winterheller „das Lichtschwert“ und „PALES“.

Das Lichtschwert:

Licht bedeutet in diesem Zusammenhang die Klarheit und Eindeutigkeit der Worte, Schwert bedeutet die Bereitschaft, auch harte Konsequenzen zu ziehen.

Ein Beispiel: Wie oft sagen Eltern zu ihren Kindern, … du musst heute um 11.00 Uhr zuhause sein …, und wenn es dann tatsächlich 11.15 geworden ist, dann akzeptieren Sie das auch. Ist 11.00 jetzt eine klare Grenze oder nicht? Wenn 11.15 geht, dann geht 11.16 auch und dann 11.17 usw.

Und wenn es dann 11.30 ist, regen Sie sich plötzlich auf. Warum eigentlich? 11.30 ist nur eine Minute später als 11.29 und das wiederum nur eine Minute später als 11.28 und so weiter bis wir bei 11.15 sind, das ja auch okay war.

 Eine klare Führungsaufgabe besteht also darin dafür zu sorgen, dass Vereinbarungen eingehalten werden. Falls nicht, muss das zu Konsequenzen führen, da sonst das Vertrauen und die Beziehung dauerhaft darunter leiden.

 PALES auf der anderen Seite steht für

  • Positives, Personenbezogenes
  • Aktives,
  • Lobendes,
  • Energiegebendes
  • Statement.

 Für eine Führungsperson bzw. ein Elternteil sollte „Positiv“ und „lobend“ als Grundvoraussetzung gelten. Die Aufgabe besteht darin, etwas zu bewirken. Es soll eine Beziehungen hergestellt oder verbessert werden und die Energie soll gesteigert werden.

 Neben dem Lichtschwert und PALES waren auch die Charakterisierungen verschiedener Menschentypen wie beispielsweise die des Haubentauchers oder des Energievampirs humorvoll inszeniert und sensationell dargebracht.

Folged können Sie einen Ausschnitt aus einem Seminar von Dr. Manfred Winterheller sehen.

 

Und das Beste an dem Seminartag – ich bin überzeugt davon, dass es mir wirklich was gebracht hat. Jetzt weiß ich was es heißt, wenn jemandem ein Licht aufgeht.

Resümee:

Herr Winterheller schafft es, den Zuhörern nicht noch mehr Wissen einzupflanzen, sondern Menschen zum „Umsetzen“ zu bewegen. 

http://www.start-living.com/