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Effektivität & Effizienz

Effizienz & Effektivität

In den bisherigen Beiträgen zum ersten Kapitel meines Buches "Was ist vor der Produktentwicklung?" wurde die Wichtigkeit der frühen Phasen im Innovationsprozess und der Prozess an sich näher beschrieben.
Zum Abschluss des ersten Kapitels möchte ich jetzt noch auf wesentliche Herausforderungen der Produktentwicklung eingehen.

.... Effektivität & Effizienz in der Produktentwicklung
Dabei möchte ich die oft (zum Teil auch falsch) verwendeten Begriffe Effektivität und Effizienz aufgreifen.
In der Literatur wird Effektivität oft als „to do the right things“ und Effizienz als „to do the things right“ definiert. Effektivität kann sich hierbei beispielsweise darauf beziehen, dass die aus Unternehmenssicht richtigen Produkte bereitgestellt werden, welche die vom Kunden geforderten Leistungsmerkmale erfüllen oder etwa auf einen möglichst hohen Innovationsgrad des Neuproduktes.
Effizienz der Produktentwicklung bezieht sich hierbei auf die Wirtschaftlichkeit des Leistungserstellungsprozesses. Das Verständnis für diese Begriffe ist im Kontext zu meinem Buch "Was ist vor der Produktentwicklung?" entscheidend. Ich kann als Unternehmen noch so effizient arbeiten - wenn Produkte entwickelt werden, die der Kunde nicht haben will, nutzt die effizienteste Produktentwicklung nichts. Also wenn ich effizient Blödsinn mache, bleibt es immer noch Blödsinn. Viele Unternehmen nutzen jedoch nach wie vor Entwicklungsprozesse, die nur auf ein einzelnes Projekt fokussiert sind und nicht im Kontext zu bestehenden und zukünftigen Projekten stehen. Effektivität als zweiter eigenständiger Hebel zur Optimierung des Unternehmenserfolgs fehlt oft. Selbst in Fällen, in denen Unternehmen Entwicklungsprozesse standardisieren und auf Effizienz ausrichten, sind die frühen Phasen und somit auch die strategische Sicht auf das gesamte bestehende und zukünftige Produktportfolio oft nicht eingebunden.

.... denken - aber auch umsetzen
Ich stelle jetzt einmal die Behauptung auf, dass früher Effizienz eine höhere Bedeutung hatte als Effektivität. Begründen möchte ich es damit, dass manuelle Tätigkeiten im Vordergrund standen und nur wenige sich mit „Wissensarbeit“ beschäftigt haben. Heute verdienen weitaus mehr Menschen ihr Geld mit Wissen statt mit der Kraft ihres Körpers. Um einen Beitrag für ihre Organisation leisten zu können, müssen sie jedoch auch effektiv sein.

Intelligenz und Effektivität hängen nicht direkt zusammen. Es gibt sehr viele intelligente Menschen, die höchst ineffektiv sind. Geistige Brillianz alleine ist zu wenig. Solange gute Ideen nicht umgesetzt werden, bleiben sie nur Ideen und verflüchtigen sich wieder.

Wer mit seinem Kopf arbeitet, muss selbst für seine Effektivität sorgen. Er muss sich darum kümmern, dass seine Denkergebnisse realisiert werden, denn ansonsten bleibt das Denken wirkungslos.

Eine genaue Definition sowie weitere Informationen zum Thema Effektivität & Effizienz finden Sie hier: http://www.olev.de/e/effekt.htm

Zum Abschluss noch ein anschauliches Beispiel:
Eine Flasche Champagner auf eine umgestürzte Kerze zu gießen, ist effektiv, falls das Feuer danach gelöscht ist. Es ist auch effizient, falls die durch das Feuer verursachten Schäden die Kosten des Champagners übersteigen würden.