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30Jan/110

Der 6. Kondratieff

Dem russischen Wissenschaftler Nikolai Kondratieff haben wir es zu verdanken, dass wohl jeder Student, der mit Marketing und Innovation zu tun hat, die 5 Kondratieff-Zyklen abgeprüft wurde und nach wie vor noch wird.

Dieser Wissenschaftler fand in den zwanziger Jahren heraus, dass die wirtschaftliche Entwicklung Westeuropas und der USA nicht nur durch kurze und mittlere Konjunkturschwankungen bestimmt ist, sondern dass auch längere Phasen periodisch auftreten. Auslöser sind markante technisch-ökonomische oder auch naturwissenschaftliche Innovationen. Fünf Kondratieff-Zyklen konnten in den letzten 250 Jahren nachgewiesen werden.

kondratieff

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Stellt sich nun die Frage nach dem sechsten Zyklus!

Eine empirische Analyse zeigt beispielsweise, dass Gesundheit im ganzheitlichen Sinn eine wesentliche Rolle spielen wird. In vielen Ländern ist es bereits so weit, dass die Gesundheitsbranche den größten Branchen-Arbeitgeber darstellt. Dabei ist Gesundheit jedoch mehr als Schmerzfreiheit und Wohlgefühl. Gesundheit ist Kraft, Arbeitslust, Freude an Zusammenarbeit und Leistung. Gesundheit ist hierbei die Voraussetzung für intakte Familien, gute Nachbarschaft und belastbare Moral.

Andere Analysen ergeben, dass nach den vorausgegangenen Zyklen von Basisinnovationen – Stahl und Eisenbahn, Elektrotechnik und Chemie, Petrochemie und Automobil oder aktuell die Informationstechnik – der Umgang mit Wissen und allen damit verbundenen ökonomischen Strukturveränderungen für den sechsten Kondratieff stehen. Auch hier wird davon ausgegangen, dass die eigentlichen Neuerungen dieses Zyklus in den dazu erforderlichen sozialen und psychologischen Rahmenbedingungen liegen.

Gleichgültig, welche dieser Theorien sich nun durchsetzen wird – erstmals in der Geschichte werden Wachstum und Strukturwandel nicht mehr primär von Rohstoffen, Maschinen und ihren Anwendungen, sondern von Fortschritten im Menschlichen anhängig sein. Die Basisinnovation des sechsten Kondratieffzyklus bestehe in der Erschließung psychologischer, sozialer, kreativ-schöpferischer Kompetenzen, also spezifisch menschlicher Potentiale.

Nach all den technischen Errungenschaften und Innovationen ist es nun das Kreativpotential des Menschen, das scheinbar als wichtigste Ressource der Zukunft erkannt wird.

Für die Unternehmen und vor allem die Führungsetagen kann daraus abgeleitet werden, dass sich Investitionen in den Menschen (Mitarbeiter) auszahlen. Wer es schafft, vorhandene Talente am besten zu entwickeln und zu halten, wird langfristig die Nase vorne haben.

Flache Hierarchien, größtmögliche Handlungsspielräume und Verantwortung für die Mitarbeiter sind Ansatzpunkte, die mir dazu einfallen.

Dass die sogenannten „weichen Faktoren“ nachhaltiger und wirkungsvoller sind, als eine einzige gute Idee – auch wenn sie erfolgreich zur Umsetzung gebracht wurde – ist somit endgültig kein Thema mehr.