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7Aug/130

Sieh es doch mal anders!

Geistesblitz

Vor kurzem habe ich eine etwas ältere Ausgabe (1/2010) der Zeitschrift "Gehirn und Geist" durchgeblättert.

Ein Artikel beschäftigte sich mit spontaner Erkenntnis und wie man diese am besten erlangen könnte. Natürlich konnte ich nicht widerstehen diesen Artikel zu lesen.

„Herr Einstein – wie haben sie das gemacht mit der Relativitätstheorie?“, hieß es da in der ersten Zeile. Die Antwort Einsteins hat mich dann gar nicht so sehr verwundert. Denn auch Einstein bediente sich nach jahrelangem Grübeln - bewusst oder unbewusst - einer bekannten Technik, um weiterzukommen. Er betrachtete sein Problem einfach ganz anders als üblich. So stellte er sich vor auf einem Lichtstrahl zu reiten, während er über Raum, Zeit und Geschwindigkeit nachdachte oder er stellte sich die Frage, ob das Licht stehen bleibt, wenn man selbst in Lichtgeschwindigkeit nebenherläuft.

Es war also nicht nur alleine das Wissen über Physik und logisches Denkvermögen, das Einstein zum Durchbruch verhalf, sondern entscheidend war seine Fähigkeit, physikalische Sachverhalte anders zu sehen als normalerweise. Er hatte die Gabe sich von Grundsätzen zu lösen, die bis dahin unumstößlich galten.

Interessant ist auch, dass die Erkenntnis immer sprunghaft und unwillkürlich eintrifft und das besondere subjektive Erleben, das nach einer Umstrukturierung erfolgt und einen einsichtsvollen Moment begleitet. Das wohl bekannteste Beispiel ist wohl Archimedes, er soll nackt und „HEUREKA“ – schreiend durch die Straßen von Syrakus gelaufen sein, als er das Konzept der Dichte entdeckte.

Die Frage, die sich viele Menschen wahrscheinlich stellen ist, ob sich solche Geistelblitze auch systematisch erzeugen lassen. Oder anders ausgedrückt: Gibt es eine Methode, die uns ganz bestimmt ein Licht aufgehen lässt?

Leider, oder aber auch zum Glück bin ich hier nicht fündig geworden. Es gibt aber ein paar Tipps, wie man sich vom eigenen Denken überraschen lassen kann.

  • Glaubst Du nach langem Grübeln in der Sackgasse angekommen zu sein, bist Du wahrscheinlich kurz vor der Lösung des Problems – überhaupt nicht mehr voran zu kommen kommt oft kurz vor dem Aha-Erlebnis.
  • Wenn gar nichts mehr geht, gönne Dir eine Pause, am besten ein Schläfchen (zugegeben am Arbeitsplatz oft etwas schwierig), wichtige Einsichten kommen jedoch auch oft beim Träumen.
  • Wenn ein Schläfchen gerade nicht möglich ist, hilft es auch, die Gedanken schweifen zu lassen.
  • Positive Stimmung (Eis essen oder etwas spielen) hilft dabei, ein Problem unbewusst aus einer anderen Warte zu betrachten und dadurch zu lösen.

Hilft das alles nichts, besteht immer noch die Möglichkeit doch noch tiefer in die Materie einzusteigen und das Wissen zu einem Thema zu erweitern. Vielleicht fehlt es einfach noch am richtigen Input zu einem bestimmten Thema.

8Jan/130

Überzeugen mit einem Pitch!

Dass es sich bei einem Pitch um keinen Wurf beim Baseball handelt, hat Guy Kawasaki schon erklärt. Auch, wie die Folien dieser „Aufzugspräsentation“ aussehen sollten sind hier noch einmal kurz beschrieben.

Wie sieht es aber mit den tatsächlichen Inhalten eines „Pitch“ aus? Wie kann ich meine Geschäftsidee anderen Menschen verständlich erklären? Vor allem, wenn es sich um eine völlig neue Idee handelt, ist es meist eine sehr große Herausforderung mit nur wenigen Slides und Sätzen die potentiellen Investoren vom Erfolgspotential zu überzeugen. Folgende Ausführungen sollen zeigen worauf es bei einem guten Pitch ankommt.

Die erste Vorlage, die ich hier darstellen möchte zielt vor allem auf eine Präsentation vor Investoren ab.

Vorlage 1

Die zweite Vorlage ist etwas allgemeiner gehalten, regt aber durch die vielen bunten slides zu neuen Ideen an.

Vorlage 2

Vorlage drei ist von Can Ertugrul und beschreibt unterschiedliche “Anatomien” eines guten Pitches und hilft so Ansätze zu finden, um sich in die Zielgruppe hineinversetzen zu können.

Vorlage 3

Zum Abschluss noch eine letzte Vorlage von Adeo Ressi. Dieser Pitch zielt darauf ab, eine Geschäftsidee in nur einem Satz darzustellen.

My company, __(insert name of company)__, is developing __(a defined offering)__ to help __(a defined audience)__ __(solve a problem)__ with __(secret sauce)__.

Es gibt natürlich noch viele weitere Vorlagen für einen guten Pitch. Wichtig ist, dass nicht jede Vorlage auch für jede Situation bzw. Zielgruppe geeignet ist. Die eine Vorlage für den perfekten Pitch gibt es vermutlich nicht. Die Auseinandersetzung mit derartigen Vorlagen kann aber helfen einen individuell perfekten Pitch für die eigene Geschäftsidee zu entwickeln.

Mehr Vorlagen zu den Pitches gibt es auf http://secondflush.de/entrepreneurship/wie-wird-mein-pitch-erfolgreich/ oder http://de.slideshare.net/search/slideshow?searchfrom=header&q=pitch

26Okt/123

Innovation and Productmanagement Basics – Part 2

Dear students,

to get an overview about the main dimensions of a business model we gave the business model framework “CANVAS” a try.

CANVAS

CANVAS

copyright (c) Dr. Alexander Osterwalder, Yves Pigneur

The Business Model Canvas, is a strategic management tool which allows you to describe, design, challenge, invent, and pivot a business model.

Here you can see a video:

Your challenge was to help people to get more innovative. Below you can find your results. You did a great job!

Canvas 1

Canvas 1

Canvas 2

Canvas 2

Canvas 3

Canvas 3

6Aug/120

Was wollen die Kunden?

Eine Schwäche, die sehr viele Produktspezifikationsprozesse betrifft, ist ein mangelndes Verständnis der Kunden und ihrer Bedürfnisse. Um die Spezifikation für ein erfolgreiches Produkt festlegen zu können, müssen folgende Fragestellungen beantwortet werden:

  • Was wollen die Kunden?
  • Warum wollen es die Kunden? (zur Bestimmung, was den Kunden das Produkt oder die Dienstleistung Wert ist)
  • Wie treffen Kunden ihre Entscheidungen?
  • Nach welchen Kriterien messen die Kunden die Erfüllung ihrer Produktanforderungen?

Grundsätzlich gilt es zu beachten, dass der Kunde besonders bei innovativen Produktideen nicht immer in der Lage ist, seine Anforderungen und Wünsche umfassend und präzise mitzuteilen.

Bsp.: Post-it von 3M: Bis es die Post-it von 3M gab, konnte niemand die konkreten Anforderungen formulieren. Sicher hätten viele jedoch etwas Ähnliches gekauft – sonst wäre dieses Produkt nicht ein so großer Erfolg.

Die Kundenanforderungen können daher nicht durch eine einfache Kundenbefragung ermittelt werden. Besonders bei technologieintensiven Industriegütern bzw. Produkten für den professionellen Anwendungsbereich sind die mit dem Kunden direkt in Kontakt stehenden Experten des Unternehmens gefordert, das Anwendungsfeld gemeinsam mit dem Kunden zu analysieren und die Anforderungen auf kooperativem Weg herauszuarbeiten. Die Literatur beschreibt eine Vielzahl von Methoden und Hilfsmittel für die verschiedenen Phasen der Produktentwicklung. Kunden können hierbei als Impulsgeber und Ideenlieferant fungieren, ihre Anforderungen an neue Produkte vermitteln, an der Konzeptentwicklung mitwirken oder als Testperson agieren und somit wertvolles Feedback bezüglich der zu erwartenden Marktakzeptanz liefern.

Wenn Methoden jedoch nicht zur richtigen Zeit während des Entwicklungsprozesses und/oder nicht im richtigen Kontext verwendet werden, steht der Aufwand, der für den Methodeneinsatz betrieben werden muss, nicht im Verhältnis zum Ergebnis, was wiederum die Akzeptanz für die Methoden schmälert. In der Phase der Produktplanung muss eine Methode die Kommunikation zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen unterstützen und zur Identifikation der wichtigen Bedürfnisse und Anforderungen beitragen (überwiegend qualitativ). In späteren Phasen der Produktentwicklung können diese Anforderungen auf Basis von Prototypen immer mehr quantifiziert werden. Es ist nicht möglich in der frühen Phase der Produktplanung, alle für die Entwicklung benötigten Anforderungen zu fixieren. Viel mehr würde das zur Verhinderung von Innovationen führen, da viel versprechende Alternativen in der Folge keine Beachtung fänden. Lange, unübersichtliche Listen mit Produktanforderungen erscheinen deshalb nicht zielführend für die weiteren Phasen der Produktentwicklung.

Tipp: Zur bestmöglichen Befriedigung der Kundenbedürfnisse sollten in der Produktplanungsphase Kundenbedürfnissen und Produktanforderungen höhere Priorität beigemessen werden als Machbarkeit und Preis.

Je nach Produkttyp und Form der Kundenbeziehung bieten sich unterschiedliche Vorgehensweisen und Methoden zur Beantwortung der oben genannten Fragen an. Eine Methode, um Kundenanforderungen zu strukturieren und ihren Einfluss auf die Zufriedenheit der Kunden zu bestimmen, ist das Kano-Modell. Bereits Ende der 70er Jahre wurde dieses von Dr. Noriaki Kano entwickelt, hat aber aufgrund der weltweiten Marktentwicklung sogar noch an Bedeutung gewonnen.Das Kano-Modell unterscheidet drei Zufriedenheitsfaktoren - Basisfaktoren, Leistungsfaktren, und begeisternde Faktoren - für Produkte und Dienstleistungen. Dieses Modell stellt somit eine Analyse der Auswirkungen von Maßnahmen zur Steigerung der Produktqualität auf die Kundenzufriedenheit dar. Die Zufriedenheitsfaktoren und deren Erfüllungsgrad haben dabei eine völlig unterschiedliche Auswirkung auf die Kundenzufriedenheit.

Kano-Modell

Kano-Modell

 

Basisfaktoren werden vom Kunden als ganz selbstverständlich vorausgesetzt und erwartet. Jedoch sind diese Faktoren für den Kunden essentiell wichtig und ein Fehlen dieser Basisfaktoren würde den Kunden sehr verärgern. Basisfaktoren erzeugen auch bei vollem Erfüllungsgrad keine Steigerung der Kundenzufriedenheit, weil sie als ganz selbstverständlich erwartet werden. Leistungsfaktoren sind die vom Kunden ausgesprochenen Erwartungen an das Produkt oder an die Dienstleistungen und damit auch relativ leicht erfassbar. Je nach Erfüllungsgrad beeinflussen die Leistungsanforderungen die Kundenzufriedenheit bzw. wächst die Unzufriedenheit bei Nichterfüllung. Begeisterungsfaktoren haben den höchsten Einfluss auf die Kundenzufriedenheit,  da diese vom Kunden nicht explizit erwartet, aber als nützliche und angenehme Überraschung empfunden werden. Es sind neue Faktoren bzw. bisher noch nicht vorhandene Eigenschaften, die sich wert- und/oder prestigeerhöhend auswirken. Meist ist der Kunde jedoch noch nicht in der Lage, diese Wünsche verbal auszudrücken.

Das Erkennen dieser begeisternden Faktoren ist von sehr hoher Bedeutung, weil dadurch eine hohe Kundenbindung, ein hoher Marktanteil und damit letztlich auch ein hoher Gewinn erzielt werden kann. Zu beachten gilt, dass im Laufe der Zeit Begeisterungsfaktoren zu Leistungsanforderungen und diese später auch zu Basisanforderungen werden und deshalb die kontinuierliche Identifizierung und Umsetzung von Begeisterungsfaktoren (Innovationen) den Markterfolg gewährleisten kann.

31Jul/120

Um die richtigen Ideen pokern

Poker-Karten

Planning Poker ist eine spielerische Aktivität, um innerhalb einer Gruppe einen Konsens zu erreichen. Bekannt ist diese spielerische Form der Aufwandsschätzung aus agilen Software-Entwicklungsprojekten (Scrum). Dort wird diese Methode eingesetzt, um abschätzen zu können, welchen ungefähren Zeitaufwand eine bestimmte Projektarbeit oder ein Teilprojekt in Anspruch nehmen wird. Diese Methode eignet sich aber auch hervorragend zur Beurteilung von Produkt- bzw. Projektideen, die viele unbekannte Variable beinhalten und bei denen Fachwissen aus mehreren Bereichen aufeinandertrifft. Die Methode wird weitestgehend anonym vorgenommen, indem die einzelnen Gruppenmitglieder den jeweiligen Aufwand mit verdeckten Planning Poker Karten schätzen (natürlich geht das Ganze auch mit selbstgebastelten Karten mit Zahlenwerten darauf). So besteht die Möglichkeit, innerhalb der Gruppendynamik sehr dominanten und sehr devoten Typen (ruhige Mitarbeiter, die sich nicht gerne in den Vordergrund drängen) entgegenzuwirken. Das Ziel ist es also, dass jedes Gruppenmitglied sich aktiv an der Schätzung beteiligt und sein Wissen beiträgt.

Am besten wird die Bewertung einer Produktidee mittels Planning Poker deutlich, wenn man es an einer konkreten Aufgabenstellung ausprobiert. Ein Workshop mit mehreren Teilnehmern zur Ideenfindung und anschließenden Bewertung könnte wie folgt ablaufen:

I) INSPIRATION  –  z.B. Impulsvortrag zum Thema + Problemstellung/Fragestellung

II) KREATIVITÄT –  z.B. Lösungen kreieren und zeichnen (zeichnen aktiviert die rechte Gehirnhälfte und führt somit oft zu sehr kreativen Ansätzen); kann auch beispielsweise mit der 6-3-5 Methode kombiniert werden, indem die Zeichnungen einfach weitergegeben werden.

III) EVALUIEREN – Vorstellen der Ideen und Bewertung anhand der „Planning Poker Methode“.

IV)  AUSWAHL – Commitment der Teilnehmer

Ideenbewertung mit der Planning Poker Methode:

Alle Teilnehmer des Workshops sollten an der Spielrunde teilnehmen, die Teilnehmerzahl sollte allerdings zehn nicht überschreiten. Die Produkt- oder Projektidee wird nun von einem Moderator kurz vorgestellt und im Anschluss können Fragen gestellt, Risiken aufgezeichnet oder Annahmen getroffen werden. Es findet also eine Diskussion statt. Der Moderator stellt nun die Frage, welches Potential die Idee hinsichtlich der Kriterien Kunde, Business und Technologie hat. Im Anschluss sucht jeder Teilnehmer der Schätzrunde eine Karte aus seinem Kartendeck raus, von der er annimmt, dass sie die passende Größenordnung der Aufgabe (z.B. Kundenpotential) darstellt. Die Karte wird verdeckt vor sich hingelegt. Sind alle Gruppenmitglieder bereit, werden alle Karten gleichzeitig aufgedeckt und jeder muss zu seiner Entscheidung stehen und zur Rechtfertigung bereit sein.Weichen die Schätzungen weit voneinander ab, wird erneut diskutiert und die beiden Teilnehmer mit dem höchsten und dem niedrigsten Wert müssen Ihre Gründe für die Schätzung darlegen. Ist die Diskussion abgeschlossen, kommt es zur erneuten geheimen Abstimmung. Diese Schleife wird solange durchlaufen, bis ein gemeinsamer Konsens erreicht wird, bzw. die Zahlenwerte nicht mehr allzu weit voneinander abweichen. Das Verfahren wird nun für jede Aufgabenstellung (jede Idee wird bzgl. jeder Dimension - Kunde, Business und Technologie - bewertet) angewendet. 

Mögliches Ergebnis bei der Bewertung von 3 Ideen/Konzepten anhand der Kriterien Kunde, Business und Technologie:

Pokern

Pokern

So ist es möglich, in kurzer Zeit und mit mehr Spaß die Anforderungsschätzung zu bewältigen und das mit einem zufriedenstellenden Ergebnis.

Vorteile der Methode Planning Poker kurz zusammengefasst:
  • Spaß an der Schätzung
  • Diskutieren erhöht den Wissensstand aller Teilnehmer
  • Unterschiedliche Standpunkte und Expertenmeinungen fließen ein
  • Alle sind beteiligt
  • Hohes Commitment zum Ergebnis

 

Literatur

James W. Grenning: Planning Poker, or: How to avoid analysis paralysis while release planning; 2002