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11Nov/115

Strukturen schaffen oder Begeisterung wecken?

Ideen entstehen im Inneren

Wenn es darum geht Innovationen hervorzubringen, gibt es viele Ansätze, wie man das am besten anstellt. Häufig werden dabei Systeme, Strukturen und Prozesse als Garanten für Neues gesehen. Doch für viele die diese Ansicht vertreten, wird Innovation sehr oft zum Hürdenlauf. Entscheidungen werden in die Länge gezogen, was eher als Innovationsbremse wirkt. Klare Strukturen (Hierarchien, Bereiche) und klare Aufgaben fördern zwar die Effizienz im Tagesgeschäft, ein bedeutsamer Wandel ist damit jedoch nur selten zu realisieren. Prozesse, Systeme und Strukturen innovieren nämlich nicht! Prozesse sind nicht mutig und Strukturen haben auch keine Ideen. Es sind die Menschen. Inspirierte, motivierte, faszinierte Menschen, die gemeinsam an einem Ziel arbeiten wollen. Nur wenn der Mensch überzeugt ist davon, dass seine Anstrengungen wirklich etwas beitragen - zu etwas besonderem, etwas außergewöhnlichem - nur dann können wir von einer lebendigen Innovationskultur sprechen.

Systeme und Strukturen können lediglich den Kontext liefern. Aber eben nur den Kontext und nicht den Inhalt. Man könnte Systeme und Strukturen auch als Schale sehen, nicht aber als Kern. Man könnte sie auch als Speisekarte sehen, nicht jedoch als das Essen selbst.

Für Organisationen, die an der Innovationskultur arbeiten, ist es also wichtig zu verstehen, dass es auf eine innere Bewegung (eine Bewegung im Inneren des Menschen) ankommt und nicht auf den Wechsel von äußeren Umständen. Wie im Artikel „Ideen zum Leben erwecken“ bereits beschrieben, ist auch das von den Mitarbeitern gelebte Leadership eine wichtige Zutat einer erfolgreichen Innovationskultur. Die Menschen müssen in sich selbst dieses „etwas“ finden, das ihnen die Kraft, den Mut und das Interesse schenkt, Innovationen vorantreiben zu wollen. Dann wird es auch so sein, dass Mitarbeiter die Strukturen und Systeme gar nicht mehr so dringend brauchen, da man ja auch in der Dusche, im Auto, beim Kochen, beim Schlafen (oder besser beim Träumen) innovativ sein kann. Innovativ sein kann also nicht die Folge von Befehlen, Abläufen und Strukturen sein, sondern entsteht dann, wenn es Menschen wirklich wollen. Und wenn mehrere Menschen zusammen kommen, an gemeinsamen Zielen arbeiten wollen, und auch noch Raum und Zeit zur Verfügung haben, wird sich sehr viel von ganz alleine regeln - auch ohne komplexe Strukturen und Systeme. Somit wird auch das teuerste Ideenmanagement-Tool, das beste Vergütungssystem, die ausgeklügeltste Prozessverbesserung wenig nützen, wenn die Mitarbeiter nicht von innen heraus das Bedürfnis verspüren, etwas außergewöhnliches beitragen zu wollen.

Aber verstehen Sie mich nicht falsch! Systeme, Strukturen und Prozesse sind wichtig - und richtig eingesetzt können diese auch helfen beim innovieren. Es geht mir hier nur darum, bewusst zu machen, wo vielleicht der bessere Hebel ist.

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Kommentare (5) Trackbacks (0)
  1. Hallo Markus, tolle Gedanken: Du hast Recht, zu starr strukturierte Organisationen vertragen sich mit einer erfolgreichen Innovationskultur nicht. Ich habe dazu folgende Hypothese: “Große Organisationen müssen organisiert und strukturiert arbeiten. Es gibt jedoch 1 Organisationseinheit, die genau das Gegenteil ist und von der auch die Innovationen und ein Wandel ausgehen.”

    Organisationsstrukturen werden erforderlich, wenn ein Organismus eine bestimmte Größe erreicht. Der Nutzen dafür ist im Artikel gut beschrieben, es geht darum, systematisch und effizient Wertschöpfung zu betreiben. Hier gelten idealerweise andere Werte als “Inspiration” oder “Innovationsgeist”.

    Im Gegensatz dazu sollte es einen Gegenpol geben. Gegenpol heißt auch Gegenteil, d.h. dieser Bereich ist viel kleiner, es gibt flache Hierarchien, “keine” Regeln und möglicherweise herrscht dort sogar das Chaos. Nämlich das kreative Chaos. Wie überall ist das Zusammenspiel der beiden Pole ein kritischer Faktor, vor Allem die Schnittmenge dieser beiden Bereiche. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die wirklich großen Innvoationen aus einer kleinen Quelle entsprungen sind und erfolgreich über eine effiziente Struktur verbreitet wurden…

    Aber wie gesagt, nur eine Hypothese… lg Gerhard

  2. Hallo Gerhard,
    kann mich Deiner Meinung nur anschließen. Echte Veränderungen gehen meist von Minderheiten aus.
    Du hast die Begriffe Inspiration und Innovationsgeist verwendet – sind zweifellos wichtig für jedes Unternehmen. Meiner Meinung nach sollte es auch jedem Mitarbeiter möglich sein, sein kreatives Potential einzubringen. Das wird jedoch oft erschwert durch (lähmende) Strukturen und Prozesse. Darum stellt sich mir die Frage, ob nicht themenbezogene oder noch besser “sinnbezogene” Netzwerke eben diesen von Dir angesprochenen Gegenpol darstellen können.
    BG Markus

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