Testen Sie ihre Kreativität…
Betrachten Sie das folgende Video und zählen Sie genau mit, wie viele Pässe das Team mit den weißen Trikots macht. Was es mit diesem Video auf sich hat und was das ganze nun mit Kreativität zu tun haben soll, erfahren Sie im Anschluss an das Video!
Ganz ehrlich – beim ersten Mal hab ich den Bären auch nicht gesehen! Auch wenn ich das im Nachhinein fast nicht glauben kann.
Was steckt aber dahinter? Warum blenden wir Dinge einfach aus?
Die amerikanische Neurowissenschaftlerin und Psychologin Shelly Carlson beschäftigt sich schon sehr lange und intensiv mit dem Phänomen besonders kreativer Menschen.
In ihrem richtungsweisenden Experiment setzte Carson eine Reihe von Versuchspersonen in einen Raum. Die Kandidaten, vorwiegend Studenten, waren handverlesen, nach langen Vortests und eingehender Beobachtung ihres Verhaltens ausgewählt worden. Die erste Gruppe bestand aus Personen, die jede noch so tumbe Tätigkeit ohne großes Murren erledigten.
Sie waren in der Lage, vorgegebene Aufgaben mit Gleichmut abzuarbeiten. Eigenständiges Denken lag ihnen nicht besonders. Sie lernten brav, in der Regel auswendig, was man ihnen vorgab, ohne große Zweifel an den ihnen vorgelegten Inhalten zu äußern. Konfrontierte man sie mit einem neuen Problem, herrschte in der Regel Flaute im Oberstübchen.
Die zweite Gruppe hingegen stellte Carson aus auffällig kreativen Studenten zusammen. Ihre schöpferische Begabung war auch ohne Vortests klar erkennbar. Sie gehörten zu der – bei Professoren nicht zwingend beliebten – Kategorie derjenigen, die nahezu alles hinterfragten, was man ihnen vorlegte, und die sich auch nicht mit einfachen, vorkonfektionierten Antworten abspeisen ließen. Carson ließ nun den Versuchspersonen über Kopfhörer einen Text vorlesen, in dem gelegentlich absurde Begriffe auftauchten, Fantasiewörter. Die sollten die Testpersonen nun zählen. Das wurde den Probanden auch so mitgeteilt.
Doch das eigentliche Experiment lief – heimtückischerweise – im Hintergrund ab. Die Versuchspersonen hörten nämlich nicht nur die klare Stimme des Sprechers, der die angekündigte Aufgabe verlas, sondern immer wieder auch störende Hintergrundgeräusche.
Mit dem Ergebnis des Versuchs war die Hirnforscherin höchst zufrieden. Es kam, wie es kommen musste. Die erste Testgruppe registrierte die Störung praktisch nicht. Sie zählten, wie es ihnen geheißen wurde, die falschen Begriffe wie Erbsen, und auch ihr Gesichtsausdruck änderte sich kaum, wenn Störgeräusche auftraten. Sie erwiesen sich als perfekt geschlossene Systeme, Menschen, wie geschaffen für Fließbänder, Buchhaltungstabellen und zur Formularbearbeitung.
Die Mitglieder von Gruppe zwei hingegen versagten. Schon einige Störungen genügten, um sie völlig aus dem Konzept zu bringen. Die wenigen unter ihnen, die mit aufgefasertem Nervenkostüm den Test zu Ende führen konnten, wiesen eine exorbitante Fehlerquote auf.
Die Wissenschaftlerin fand bestätigt, was in den siebziger Jahren schon von ihrem Kollegen Hans Eysenck vermutet worden war: Kreative sind deshalb kreativ, weil ihr Gehirn auf Sinnesreize aller Art höchst offen reagiert. In durchschnittlichen Oberstübchen sorgt ein Mechanismus namens „latente Hemmung“ dafür, dass Reize von außen mehr oder weniger abgeblockt werden. Menschen mit ausgeprägter latenter Hemmung sind durch nichts aus der Ruhe zu bringen und von ihren Routinen abzulenken. Unbekanntes, Neues – das perlt an ihnen ab wie Wasser auf frischem Lack. Ganz anders ist da das Denkorgan von Kreativen geschaltet. Die latente Hemmung ist schwach entwickelt, das Gehirn ist auf 360 Grad offen, zu allem bereit, rund um die Uhr.
Jetzt kann man aber sicher nicht alle in einen Topf schmeißen. Das würde ja bedeuten, dass alle, die den Bär im Video nicht gesehen haben, nur wenig kreativ sind. Nein – der Kopf setzt die Rahmenbedingungen für kreative Arbeit. Das Bewusstsein bestimmt somit die Zugehörigkeit zur „kreativen Klasse“. Auch Menschen mit den besten Voraussetzungen (mit hoher Empfindlichkeit gegenüber Störungen) kreativ zu sein, schaffen es häufig aber doch nicht, weil die Rahmenbedingungen nicht gegeben sind oder das Bewusstsein schlichtweg fehlt. Deshalb ist die Frage, die sich mir im Zusammenhang mit Kreativität stellt, folgende: Orientieren wir uns an der bekannten Welt von gestern oder beschäftigen wir uns lieber mit der Welt, die gerade entsteht?
Mehr zum Thema der „Gestörten“ und „Gehemmten“ ist im Artikel der Ideenwirtschaft (05/2007) nachzulesen: Die Gestörten
Creativity – IBM 2010 CEO Study
IBM hat dieses Jahr eine Global CEO Studie durchgeführt, bei welcher 1600 CEO’s aus 60 Ländern und 33 Industrien interviewt wurden.
Als eine der größten Herausforderungen – siehe hierzu auch weitere Beiträge auf diesem Blog – sehen die Entscheider in den Unternehmen, dass Märkte viel dynamischer, unsicherer und komplexer geworden sind. Die Untersuchung (die größte ihrer Art) zeigt weiters, dass überraschend viele Organisationen für die kommenden Herausforderungen unzureichend gerüstet sind. Für den künftigen Erfolg eines Unternehmens werden Kernfähigkeiten wie hohe Veränderungs- und Innovationsbereitschaft, Geschwindigkeit und Flexibilität eine entscheidende Rolle spielen.
Die wirkungsvollste Möglichkeit dieser wachsenden Komplexität entgegen zu treten ist nach Ansicht der CEO’s die Fähigkeit zu Kreativität und das auch im Hinblick auf den Führungsstil.
Sortiert nach Wichtigkeit wurden von den CEO’s folgende Kriterien genannt:
- Kreativität
- Integrität
- Globales Denken
- Einfluss
- Offenheit
- Einsatz
- Fokus auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit
- Einfachheit
- Fairness
Die gesamte Studie gibt es direkt bei IBM unter diesem Link:
Das folgende Video liefert Inormationen zur Studie und deren Ergebnisse:
Ich finde es schon sehr interessant, dass eine Vielzahl von Führungskräften anscheinend erkennen, dass es zu deren Aufgabe gehört kreativ zu sein. Manchmal kommt es dennoch vor, dass nicht erkannt wird wie wichtig es ist Kreativität im Unternehmen zu leben. Dazu gehört eben wie bei vielen anderen Dingen auch, dass die Führungskräfte damit beginnen und es nicht Sache der Mitarbeiter sein lassen, kreativ zu sein.
Jeder kann Ideen haben

Auf den ersten Blick mag es so aussehen, als ob es kreative und wenig kreative Menschen gibt. Kreative Menschen sind oft erfolgreicher und sprühen förmlich vor Ideen.
Menschen, die sich für wenig kreativ halten, glauben, mit ihrem Schicksal leben zu müssen. Das stimmt natürlich nicht bzw. muss das nicht so sein.
Ich möchte hier eine kleine Hilfestellung für all jene geben, die sich für wenig kreativ halten und glauben gute Ideen können nur von den vermeintlich Kreativen kommen.
Folgende Punkte können helfen, die Kreativität zu fördern und Ideen zu kreieren:
- Kommunizieren und fragen sie! Erst durch das Reden miteinander und das Fragen und Hinterfragen können Ideen entstehen oder weiterentwickelt werden. Die Wahrscheinlichkeit völlig alleine die geniale Idee zu entwickeln ist sehr gering. Teamwork ist gefragt!
- Auch einmal andere Informationsquellen nutzen! Als Quellen dienen bspw. Zeitungen, Bücher oder andere Unternehmer, aber auch ein wachsamer Blick in die Umgebung. Oft erhält man die besten Ideen, wenn man sich in neue Gebiete wagt und die Grenzen des eigenen Gebietes durchbricht.
- Dumme Ideen gibt es nicht! Leider blockieren sich Menschen, Unternehmen und Organisationen jedoch oft schon bei der Ideenfindung, indem Ideen als dumm abgestempelt werden. Ideen können vielleicht schwer umsetzbar oder unausgereift sein. Es mag auch sein, dass Ideen wirklich unrealistisch sind. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese deshalb dumm sind.
- Ideen speichern! Unser Gehirn ist jedoch oft der falsche Platz. Ich weiß nicht wie es ihnen geht, ich für meinen Teil habe leider schon sehr viele Ideen vergessen, auch wenn ich dachte, dass es sich um besonders gute handelt. Darum – dokumentieren sie die Ideen! Ein gelegentlicher Blick auf diesen Ideenpool kann wiederum Anstoß für Neues geben.
- Kreativitätstechniken einsetzen! Kreativitätstechniken sind Denkwerkzeuge. Sie helfen dem Hirn chaotisch zu denken. Und das ist gut so. Wenn sich nämlich auf herkömmlichem Wege, also durch rationales, strukturiertes Denken eine Lösung finden ließe, wäre Kreativität überflüssig.
Link zu Kreativitätstechniken.
Vielleicht hilft es auch einfach sich an die eigene Kindheit zu erinnern – dort waren wir doch alle kreativ, hatten unzählige gute Einfälle und haben an unsere Visionen geglaubt.

